Die Sonne lachte im Kühtai und mit ihr Gerald Kammerlander. „Das war ein sensationelles Wochenende“, sprudelte es aus dem Sportdirektor für das Naturbahnrodeln im Österreichischen Rodelverband heraus. Die Freude beim Ötztaler war nur allzu verständlich: Mit einem Sieg und drei zweiten Plätzen hatten die österreichischen Athleten beim Weltcup-Auftakt einen Traumstart hingelegt.
Und auch abseits des sportlichen Geschehens durfte sich Kammerlander freuen. „Ich denke, dass wir uns mit so einer tollen Veranstaltung nicht verstecken müssen“, zeigte er sich begeistert von einem Spektakel, das auch viele Fans anzog. „Auf so etwas schaut das IOC“, wusste Kammerlander.
Beim Bewerb im Kühtai waren Delegationen des Internationalen Olympischen Komitees sowie der angepeilten Olympischen Spiele in Peking 2022 anwesend, die sich im Prozedere der Olympiabewerbung selbst einen Eindruck verschaffen wollten. Das Feedback sei positiv ausgefallen. „Zusage haben wir noch keine bekommen“, schmunzelte Kammerlander. Der Sport habe sich jedoch von seiner besten Seite präsentiert.
Wie die Faust aufs Auge passte da natürlich der Sieg des jüngeren Kammerlander, nämlich von Geralds Bruder Thomas: Der Weltcup-Titelverteidiger holte sich mit einer fehlerlosen Fahrt im Finale den Tagessieg.
„Das Rennen war wahnsinnig spannend. Im ersten Lauf hatte ich einen Fehler, aber ich bin ohnehin lieber der Jäger als der Gejagte“, erzählte „Kammi“ von seiner Sicht des Krimis, in dem er erst Patrick Pigneter aus Südtirol hinter sich ließ und anschließend auch noch dessen Landsmann, den Führenden Alex Gruber, abfing: „Dass es sich so ausgeht, ist schon gigantisch.“
Der knapp Geschlagene nahm’s sportlich: „Mir ist ein kleiner Fehler passiert, und da ist man gleich weg vom Fenster.“
Ein solcher unterlief auch Tina Unterberger im Teambewerb, den wiederum Italien vor Österreich und Russland für sich entscheiden konnte.
Auch im Doppelsitzer triumphierten mit Patrick Pigneter und Florian Clara die Nachbarn – der zweite Platz von Tobias Angerer und Rupert Brüggler glänzte für Sportdirektor Kammerlander aber wie ein Sieg: „Nach dieser kurzen Vorbereitung war das sensationell.“ Der Zillertaler Weltmeister Angerer freute sich jedenfalls: „Wir sind voll zufrieden.“