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Besonderes Jahr, besondere SiegerSchwaz blieb auch in der Rückrunde siegeshungrig Flock reiste im Gelben Trikot heim
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Janine Flock – in Sigulda eine Klasse für sich und voll konzentriert unterwegs in Richtung Doppelsieg / GEPA

Janine Flock – in Sigulda eine Klasse für sich und voll konzentriert unterwegs in Richtung Doppelsieg / GEPA

Janine – der Helm muss sitzen / GEPA

Janine – der Helm muss sitzen / GEPA

Privat wie sportlich Hand in Hand – Janine und Matthias / Flock

Privat wie sportlich Hand in Hand – Janine und Matthias / Flock

Flock reiste im Gelben Trikot heim

Stark, stärker, sensationell – Janine Flock. Ihren Auftakttriumph in Sigula hatte Janine Flock noch als „Statement“ an die Konkurrenz eingestuft. Zur Untermalung legte Tirols Skeleton-Ass an gleicher Stätte nach – und der Auftritt hätte kaum eindrucksvoller ausfallen können.

 

Die Rumerin feierte nicht nur ihren zweiten Weltcuperfolg innerhalb einer Woche, mit erst 51,47 und dann 51,46 Sekunden hatte die 31-Jährige auch gleich zwei neue Bahnrekorde fixiert. Und bilanzierte nach dem achten Weltcupsieg ihrer Karriere glückstrahlend: „Cool, dass ich das Gelbe Trikot der Weltcup-Führenden behalten darf. Am liebsten würde ich es bis zum Ende der Saison nicht mehr aus meiner Tasche geben.“

 

Mitentscheidend für die Bahnrekorde seien die glänzenden Startzeiten gewesen. „Diese 5,14 Sekunden machen mich echt happy. Da steckt viel Athletik-Arbeit dahinter.“ Sprach’s, setzte sich mit ihrem Matthias Guggenberger ins Auto, um das nächste „harte Stück Arbeit“ in Angriff zu nehmen – die rund 1900 Kilometer lange Heimfahrt.

 

Lediglich in Wien legte die Fahrgemeinschaft Flock-Guggenberger zwecks Autotausch einen Zwischenstopp ein. „Anstrengend war’s, ja schon, aber wir haben uns abgewechselt, gut ergänzt“, schmunzelte Janine über die Fahrt mit ihrem Lebenspartner und Trainer. Zum Plaudern gab es wahrlich genug, nicht zuletzt über die tolle Frühform, über die Streckenrekorde, die nächsten Rennen.

 

Geplaudert hat Janine aber auch mit Günter Almberger aus der TT-Sportredaktion in einem Interview über Lettland – über das fast vierwöchige Trainingslager in Sigulda, die Sprachkenntnisse, bei wem sie wohnte, die Bahn, die fehlende Katze, die Kommunikation mit der Familie in diesen nicht einfachen Zeiten, und was ihr – fern der Heimat – ganz besonders fehlte. Janine backstage sozusagen.

 

Wie ist es denn mit der Sprache?

„Na ja, ein bisserl was habe ich schon gelernt: „Sveiki“ bzw. „Cau“ heißt „Hallo“, „Jauka diena“ heißt „Schönen Tag“ oder „Ka tev iet?“ „Wie geht’s dir?“.

Was bedeutet „Noliktavas drudzis“? „Keine Ahnung!“ Das heißt „Lagerkoller“

„Aha, aber wenn die Frage darauf abzielt, ob ich einen Lagerkoller verspürte, dann nein. Es war wirklich erstaunlich, wie schnell dieser Monat vergangen ist. Erstens kommt Routine in den Alltag und zweitens hatten wir alle Hände voll zu tun. Bahntraining, Starttraining, Athletiktraining, Physiotherapie, und natürlich braucht der Körper auch seine Regeneration. Erst recht auf dieser Bahn, für mich die schwierigste der Welt. Hier bist du gefordert wie nirgends sonst, auch weil die Wetterverhältnisse sehr speziell sind.

 

Und zwar?

„Die meiste Zeit ist es regnerisch. Und die Eisbeschaffenheit ändert sich ständig. Das heißt, du musst immer wieder neue Abstimmungen am Schlitten finden, neue Schienen, neue Einstellungen. Das Lernen und Ausprobieren hört nie auf.

 

Wie und wo wart ihr untergebracht?

„Wir waren quasi in einer Skeleton-WG, wohnten bei Martins Dukurs (lettischer Skeleton-Star) und dessen Familie. Und sein Bruder Tomas hat das Haus nebenan. Wir kochten und aßen gemeinsam, spielten mit den Kindern oder haben schon auch einmal auf sie aufgepasst. Wir fühlten uns da wirklich super aufgenommen.

 

Was gibt es Sehenswertes in Sigulda?

„Die Bobbahn, das ist sicher das Highlight der Region – auch in architektonischer Hinsicht. Man fährt ja quasi aus dem siebten Stock des Starthauses los, die erste Kurve steht – wie man es von Achterbahnen kennt – auf riesigen Stahlstelzen.“

 

Was fehlte während des Trainingslagers am meisten?

„Natürlich die Familie – und Nala, meine Katze. Aber Papa schickte mir regelmäßig Videos – und Nala ist ohnehin eine, die am liebsten ihre Ruhe hat. Oma und Opa hatten wir WhatsApp installiert, so konnten wir videotelefonieren und uns gegenseitig Fotos schicken.“

 

Wie viele Fahrten wurden absolviert?

„Ziemlich genau 25.“

 

Also nicht täglich?

„Nein, weil auch Pausen notwendig sind. Nach zwei Fahrten hier warst du fix und fertig. Da schmerzte der Kopf, der Nacken – und wenn du nicht hundertprozentig bei der Sache bist, kann es hier gefährlich werden. Denn durch die freiwerdenden g-Kräfte und unsere Bauchlage ist es so, dass der Kopf immer wieder auch aufs Eis knallt.“

 

Welche g-Kräfte wirken da?

„Stellenweise sechs bis sieben g. Nur gut, dass nach den Olympischen Spielen 2022 Einheitshelme kommen, die eine spezielle Dämpfung integriert haben und dadurch die Kräfte besser absorbieren. Diesbezügliche Studien sind am Laufen, und es ist überfällig, dass so etwas kommt. Man darf ja nicht vergessen, dass wir beispielsweise in Whistler Mountain einen Topspeed von 145 km/h erreichen.“

 

Abschließend – abgesehen von Familie und Katze – worauf hat sich die Trägerin des Gelben Trikots am meisten zu Hause gefreut?

„Dass ich nur den Wasserhahn aufzudrehen brauchte und aus der ‚Pipn‘ trinken konnte. Das ist wahrer Luxus, den man immer dann besonders schätzt, wenn man ihn nicht hat. Und auf ein Vollkornbrot!“

 

 

 

 

 

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