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Janka: „Ein Lebenstraum geht in Erfüllung“Vater des Kletterbooms sagte Ade Der Tag, als Kate Triathon-Gold holte
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Kate mit Lorbeerkranz und Goldmedaille / APA

Kate mit Lorbeerkranz und Goldme-daille / APA

Kate Allens sensationeller Lauf ins olympische Glück / GEPA

Kate Allens sensationeller Lauf ins olympische Glück / GEPA

Ehemann und Coach Marcel als erster Gratulant / Madl

Ehemann und Coach Marcel als erster Gratulant / Madl

Der Tag, als Kate Triathon-Gold holte

Wir schreiben das Jahr 2020 – und Kate Allen feiert ihren 50. Geburtstag. Die Wahltirolerin mit australischen Wurzeln, die mit ihrem Triathlon-Olympiasieg 2004 in Athen für eine Riesensensation gesorgt hatte. Rund 16 Jahre liegt es nun zurück, als all das passierte: das Gold, der Lorbeerkranz, der Jubel. Nun ist Kate Allen 50 Jahre alt, lebt im beschaulichen Innsbrucker Stadtteil Saggen mit ihrem Ehemann Marcel und ist Mutter eines sportbegeisterten Sohns namens Finley (9). Der trat als Turner in Mamas sportliche Fußstapfen und begeistert sich fürs Skifahren – auch darauf versteht sich mittlerweile die Frau vom anderen Ende der Welt, die für Österreich Gold holte.

 

Aber es ist ruhiger um die Triathletin geworden: „Das ist mir auch lieber so“, hatte sie noch wenige Tage vor ihrem Geburtstag in einem Interview mit TT-Sportchef Flo Madl gesagt. Und den Geburtstag würde sie – Corona hin oder her – am liebsten ohnehin nur im Beisein ihrer Liebsten feiern, nicht mehr. Es gebe gegenwärtig nicht viel zu erzählen. Das mag sein – aber damals, vor 16 Jahren, gab es sehr viel Stoff:

 

Es war der 25. August 2004, ein brütend heißer Tag in der Bucht von Vouliagmeni, wenige Kilometer nördlich von Athen. Die Sportnation Österreich war von ihrer Olympia-Medaillenbilanz schon wenige Tage vor dem Ende der Sommerspiele beseelt, es sollten am Ende zweimal Gold, viermal Silber und einmal Bronze werden – die beste Leistung seit 1945. Beim Triathlon war man nicht davon ausgegangen, dass die beiden Tirolerinnen Kate Allen und Eva Bramböck (heute Dollinger) etwas zur Statistik beitragen könnten. Von der 26-jährigen Wörglerin Bramböck erwartete man einen Mittelfeld-Platz. Und von der 34-jährigen Wahltirolerin Allen, der Vizeeuropameisterin dieses Jahres, ebenso.

 

Vom heimischen Verband war sie in den Anfangsjahren mit Skepsis beäugt worden, auch den steten Wechsel zwischen Langdistanz (Ironman) und olympischer Kurzdistanz hielten manche für unprofessionell. Die Wahrheit hinter der Geschichte: Erst mit einem Sieg beim Ironman-Klassiker 2003 in Klagenfurt hatte sich die Australierin mit Wurzeln nahe Geelong das Olympia-Abenteuer finanzieren können. Stets an ihrer Seite: Medizinstudent Marcel Diechtler, Langzeit-Freund, selbst passionierter Triathlet und mittlerweile Ehemann.

 

Generalstabsmäßig war dieser 25. August 2004 geplant worden, der Tag des Olympia-Rennens. Den Radkurs hatte man vermessen, hielt ihn auf einem Rad-Computer fest, um ihn immer wieder zu Hause in der Innsbrucker 30-Quadratmeter-Garçonnière abzuspulen. Immer wieder, immer wieder. Und dann kam Tag x im Vouliagmeni-Center. Der morgendliche Auftakt des Damen-Rennens schien die Experten zunächst zu bestätigen. Nach dem 1,5-Kilometer-Schwimmbewerb lag Kate Allen mit 2:01 Minuten Rückstand auf die führende Australierin Loretta Harrop an der 44. Stelle des 50-köpfigen Teilnehmerinnenfeldes – ein kalkulierter Respektabstand.

 

Am Rad begann die Aufholjagd der ehemaligen Turnerin, die seit 2002 die österreichische Staatsbürgerschaft besitzt: mit 1:30 Minuten Rückstand auf den dritten Gesamtplatz, nach 40 Kilometern kam sie als 28. in die Wechselzone. Und als der Lauf begann, als die Österreicher daheim zur Mittagspause schritten und entgeistert den Fernseher aufdrehten, hörten sie einen schreienden TV-Kommentator Christopher D. Ryan: „Kate Allen, Kate Allen holt Gold!“ Es war der Moment, als sie im Zielstadion die entgeisterte Loretta Harrop überholte. Es war der Moment, als sich die Ereignisse überschlugen.

 

Plötzlich wollten die Leute alles über die Nummer 40 der Weltrangliste erfahren, zuhause auf der elterlichen Farm nahe Melbourne landete ein australischer TV-Helikopter. Wie könnte es sein, dass eine der Ihrigen (Kate Allen) die hoch favorisierte Landsfrau Loretta Harrop schlug? Und weitere Fragen häuften sich: Wie viele Schafe man dort hielte? 4000. Was sie nach Kitzbühel verschlagen hatte? Eine Weltreise. Was ihr Beruf sei? Krankenschwester – auch wenn sie sich in Tiroler Après-Ski-Bars zwischenzeitlich ihren Lebensunterhalt verdiente. Wann sie mit dem Sport angefangen habe? Mit 26. Ob sie irgendwelche Laster habe? Schokolade liebt sie – und früher rauchte sie kurzzeitig. Ob sie noch Ziele habe? Den Ironman in Hawaii zu gewinnen – für Triathleten das eigentliche Monument. Das sollte ihr nicht gelingen, mit Platz fünf kratzte sie an ihrem Traum.

 

Kate Allen blieb in den Folgejahren, was sie immer war: eine unaufgeregte wie akribisch arbeitende Athletin, die sich wenig aus Ehrungen (Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich, Sportlerin des Jahres) machte und lieber anderen die mediale Bühne überließ. Nach Rang 14 bei den Sommerspielen 2008 in Peking neigte sich die Karriere der immerhin schon 38-Jährigen dem Ende zu, 2009 sollte es so weit sein und viel Druck abfallen: „Während meiner Karriere habe ich immer nur an den Trainingsplan gedacht, das ist jetzt anders.“ Viel lieber verbringt sie die Zeit in der Natur oder geht mit ihren beiden Männern Ski fahren.

 

Olympia 2004 bleibt jedoch etwas Magisches, wenn Kate Allen auch selten darüber spricht. Nur eines behielt Österreichs einzige Sommer-Goldmedaillengewinnerin (Olympia) seit 1980 bei. Immer noch geht sie regelmäßig (in beachtlichem Tempo) laufen, denn: „Ohne Bewegung geht’s nicht.“

 

 

 

 

 

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