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An der Weltspitze angekommenShiffrin risikoreich zum nächsten Meilenstein Mit dem Herz in der Hand zu Bronze
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Fünfmal die falsche Scheibe – ein Albtraum für Lisa Hauser / GEPA

Fünfmal die falsche Scheibe – ein Alp-traum für Lisa Hauser / GEPA

Versöhnliches WM-Ende für Julian Eberhard mit Bronze im Massenstart / AFP Photo

Versöhnliches WM-Ende für Julian Eberhard mit Bronze im Massenstart / AFP Photo

Mit dem Herz in der Hand zu Bronze

Was war das für eine – aus österreichischer Sicht zumindest – verrückte Biathlon-Weltmeisterschaft! Gleich im ersten Rennen hatte Lisa Hauser im Sprint der Damen in Östersund eine Top-Ten-Platzierung im wahrsten Sinne des Wortes in den Wind geschossen, hatte beim Stehend-Anschlag fünfmal die falsche Scheibe getroffen. Durch diesen Fauxpas kassierte die ÖSV-Hoffnung nicht nur fünf Strafrunden, sondern verpasste auf Rang 70 (2:55,6 Rückstand) auch die Qualifikation für die Verfolgung.

 

Lisa Hauser war am Boden zerstört. „Eine fehlerfreie Schießleistung ist leider kein Trost. Ich kann es mir selbst nicht erklären, irgendwie ist es passiert“, erklärte Hauser kurz und knapp. Die Tirolerin, die mit großen Erwartungen zur WM nach Skandinavien gereist war, erwischte damit einen denkbar schlechten Start.

 

Im allerletzten Bewerb der WM klappte es dann aber doch noch mit der ersten Medaille für das ÖSV-Team. Julian Eberhard erkämpfte mit einer Energieleistung Bronze im Massenstart, knapp hinter dem Südtiroler Dominik Windisch (Gold) und dem Franzosen Antonin Guigonnat.

 

Zwischen diesen beiden Auftritten mit österreichischen Schlagzeilen gab es das programmierte Gold für Johannes Thingnes Bö im Sprint, einen Sensationssieg des Ukrainers Dimitri Pidruschnij in der Verfolgung, weil der große Favorit aus Norwegen fürchterlich patzte. Bis zum letzten Schießen war Saisondominator Johannes Thingnes Bö allein auf weiter Flur unterwegs und souverän auf dem Weg zu einem ungefährdeten Sieg sowie zum zweiten WM-Titel im zweiten Rennen.

 

Doch dann kam alles ganz anders. Denn dem inzwischen 13-fachen Saisonsieger unterlief beim zweiten Stehendschießen ein unerwarteter Fauxpas: Eine, sogar zwei Strafrunden hätte sich der 25-jährige Norweger locker leisten können. Doch Bö „patzte“ gleich dreimal und musste aus der Strafrunde mitansehen, wie sich ein Paket an namhaften Verfolgern daran machte, ihm die sicher geglaubte Führung abzujagen. Aber alle machten zumindest einen Fehler – bis auf Dimitri Pidruschnij.

 

Der Ukrainer, im Weltcup noch nie auf dem Podest, ging als Führender in die letzte Runde. Mit dem hochfavorisierten Johannes Thingnes Bö im Nacken, dem am Ende die Kraft fehlte. Der 27-jährige Ukrainer, der mit Platz vier im Sprint schon eine Talentprobe abgegeben hatte, rettete seinen Vorsprung ins Ziel. Bö sicherte sich immerhin Platz zwei, dahinter sprintete Quentin Fillon Maillet (FRA) zu Platz drei. Bester Österreicher wurde einmal mehr Simon Eder: Der nach wie vor körperlich angeschlagene Salzburger lief fehlerlos zu Platz zehn.

 

Noch besser schnitt Lisa Hauser in ihrem zweiten Rennen ab, als sie auf Rang sieben im Einzelrennen (15 Kilometer) lief. Eine Art Frustbewältigung, nachdem die 25-Jährige im Sprint auf die falschen Scheiben geschossen hatte. Diesmal traf sie jede der 20 Scheiben und am Ende fehlten nur 21,2 Sekunden auf die Bronzemedaille von Justine Braisaz (FRA). Die wiederum musste sich nur Lokalmatadorin Hanna Öberg und Lisa Vittozzi (ITA) beugen. „Wenn man realisiert, dass man erstmals bei einer WM in die Top Ten gelaufen ist, ist das ein richtig schönes Gefühl“, überwog bei Hauser die Freude über das Ergebnis, das die Qualifikation für den Massenstart bedeutete.

 

Dafür verpassten Hauser und Eder in der Single-Mixed-Staffel die erhoffte Medaille ganz klar. Das im Weltcup mit Podestplätzen dekorierte Duo war mit fünf Nachladern zwar am Schießstand nicht überragend, konnte aber vor allem in der Loipe nicht mit den Besten mithalten. Am Ende blieb für Hauser/Eder der achte Platz. Mit Gold belohnte sich Norwegen mit Marte Olsbu Röiseland und Johannes Thingnes Bö. Ernüchtert bilanzierte Hauser: „Die Enttäuschung ist natürlich da. Das Rennen war von Anfang an ganz anders als die letzten Single-Mixed-Staffeln.“

 

 

 

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