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Der Jubilar beim Jubel nach seiner grandiosen Triumphfahrt auf der Kitzbüheler Streif / GEPA

Der Jubilar beim Jubel nach seiner grandiosen Triumphfahrt auf der Kitzbüheler Streif / GEPA

Ein halbes Jahrhundert Eberharter

Im Kreise seiner Familie und mit einem feinen Mittagessen feierte einer der erfolgreichsten österreichischen alpinen Skisportler Geburtstag – Stephan Eberharter wurde 50! Kein großes Tamtam also, ganz dem Lebensmotto des Jubilars entsprechend. „Ich halte es mit dem Spruch – man ist so alt, wie man sich fühlt. Und ich fühle mich um einiges jünger als 50 und kann nach einer langen intensiven Karriere eigentlich noch alles machen.“

 

Die besonnene Art ist ebenso ein Wesensmerkmal Eberharters wie die Konsequenz und Hartnäckigkeit, die er während seiner wechselvollen Karriere stets an den Tag gelegt hatte. Und diese Hartnäckigkeit sollte sich auszahlen. Bei seinem Rücktritt im September 2004 standen für den „Steff“ drei WM-Titel, der RTL-Olympiasieg 2002 in Salt Lake City, drei weitere Olympiamedaillen, zwei Große Kristallkugeln sowie 29 Weltcupsiege zu Buche. Eine eindrucksvolle Bilanz.

 

1991 war Eberharter – ohne zuvor ein Weltcuprennen gewonnen zu haben – als 21-Jähriger in Saalbach sensationell Doppelweltmeister (Super-G und Kombi) geworden, danach hatte er aber mit Verletzungen und Materialproblemen zu kämpfen. Es folgte der „Absturz“ mit einer kuriosen Begleiterscheinung. Weil 1993 der Super-G in Morioka ausfiel und die WM in der Sierra Nevada auf 1996 verschoben wurde, war Eberharter fünf Jahre lang Weltmeister, obwohl er 1994 sogar aus dem ÖSV-Kader eliminiert worden war.

 

Fünf Jahre dauerte auch sein Tief, aus dem er sich erst in der Saison 1997/98 mit Siegen im Europacup zurück ins Weltcupteam fuhr. Bei den Olympischen Spielen 1998 in Nagano holte er Silber im Riesentorlauf hinter Hermann Maier. Es war auch der Beginn einer großen Rivalität zwischen dem Tiroler und dem Salzburger.

 

Eberharter bedauert heute weder seine fünf Krisenjahre noch die Tatsache, dass ihm mit Maier der Skigigant schlechthin im Weg gestanden war. „Im Nachhinein ist eine Zeit, in der man zu 100 Prozent auf sich selbst gestellt ist und sich zurückkämpfen muss, sehr wertvoll. Und ein Kämpfer war ich immer.“ Über seine Erkenntnisse zu Themen wie Motivation, Leidenschaft und Krisen referiert der Zillertaler heute im Auftrag großer Unternehmen.

 

Offen spricht Eberharter mittlerweile auch über seine Rivalität mit Maier. „Natürlich war es einerseits nervig, wenn du permanent auf einen überstarken Gegner angesprochen wirst, ich habe aber gewusst, er ist ein Topläufer und einen Tick stärker als ich. The winner takes it all und die anderen sind dann eben die Nummer zwei.“ Er habe das aber überstanden, weil er zuvor schon einige schlechte Jahre bewältigt hatte. „Ich war fünf Jahre lang in der Scheiße, bin danach besser gefahren denn je und habe mich danach nicht mehr nach Sieg oder Niederlage bewertet. Wer so weit unten war, ärgert sich nicht mehr über dritte oder fünfte Plätze.“

 

Im Jänner 2004 gelang ihm – kurz vor dem Rücktritt – noch dieser Fabelsieg in der Kitzbühel-Abfahrt, bis heute spricht man von der vermutlich besten je auf der Streif gesehenen Fahrt. Mit 34 Jahren und genau zehn Monaten war Eberharter damals auch der bis dahin älteste Sieger eines Weltcuprennens. Herzlichen Glückwunsch, Stephan!

 

 

 

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