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Schneechaos zwang zu AbsageWeber jubelte zum Jubiläum Schwacher Trost – makellose Bilanz
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Hielt den Sieg gegen Fehervar fest – Haie-Goalie Luca Gracnar / GEPA

Hielt den Sieg gegen Fehervar fest – Haie-Goalie Luca Gracnar / GEPA

Ex-Salzburg-Torhüter Gracnar nach dem vierten Triumph über die Bullen (Trattnig) / GEPA

Ex-Salzburg-Torhüter Gracnar nach dem vierten Triumph über die Bullen (Trattnig) / GEPA

Yogan, Clark und Lammers (v. l.) verpassten die direkte Play-off-Qualifikation / GEPA

Yogan, Clark und Lammers (v. l.) ver-passten die direkte Play-off-Qualifikation / GEPA

Schwacher Trost – makellose Bilanz gegen die Bullen

Genau so hatten sich die Innsbrucker Haie den Start in das neue Jahr vorgestellt – viertes Saisonduell, vierter Sieg! Der 3:2-Sieg nach Verlängerung in Salzburg brachte zwei wertvolle Punkte oder anders formuliert: Die Kurskorrektur der Tiroler hielt auch am Neujahrstag an. Es gehört zu den Mysterien des Eishockeys, dass die ja nicht gerade immer überzeugenden Tiroler just gegen Champions-League-Halbfinalist Salzburg alle vorangegangenen Saisonduelle gewonnen hatten.

 

Und so ließen sich Ross und Co. auch von einem 0:1-Rückstand nicht lange beirren. Kapitän Tyler Spurgeon glich nur gut eine Minute später aus und Linien-Allzeitpartner John Lammers fixierte zu Beginn des Mittelabschnitts auch die erstmalige Führung. Als Lohn konsequenter Defensivarbeit rund um einen ganz starken Torhüter (Luka Gracnar). Salzburg rannte zwar gegen das Tor an, die Innsbrucker stemmten sich aber mit allem dagegen. Schon in der regulären Spielzeit schien der Sieg greifbar, die Hausherren glichen jedoch 45 Sekunden vor Schluss durch Thomas Raffl noch aus.

 

Die wiederentdeckte Moral im Innsbrucker Haifischbecken gipfelte in der Verlängerung aber im Siegtreffer durch Nick Ross. Und nach vier Saisonduellen gegen Salzburg (3:2 n. V., 5:3, 3:2, 6:5 n. V.) standen unglaubliche zehn Zähler auf der Habenseite der Tiroler. Der „Grand Slam“ gegen den neuen Lieblingsgegner aus der Mozartstadt nährte die Hoffnungen, dass die Play-offs doch noch zu schaffen sein würden. Und der HCI machte gegen Bozen (in Innsbruck) und in Dornbirn tatsächlich dort weiter, wo man in Salzburg aufgehört hatte.

 

Vor (fast) ausverkauftem Haus war alles angerichtet für das vierte Nord- / Südtiroler Derby in dieser Saison und es begann – sehr zur Freude der Fans – mit Haie-Toren. Erst brachte Kapitän Tyler Spurgeon die Scheibe vors Tor, dann fälschte Paolo Marchetti zur 1:0-Führung für die Innsbrucker ins eigene Tor ab. Es muss ja wirklich nicht immer schön sein. „Play simple, win games“, lautet der neue HCI-Slogan.

 

Dem Treffer zum 2:0 konnte man dann aber getrost ein Gütesiegel für eine Stocktechnik der Extraklasse umhängen. Andrew Yogan narrte gleich drei Gegner, sein Zuspiel versenkte mit Andrew Clark der Liga-Topscorer in unnachahmlicher Manier. Mike Boivin (19.) hatte in einem ganz starken ersten Drittel sogar das 3:0 auf der Schaufel.

 

Die beste Chance im zweiten Abschnitt gehörte zunächst den Gastgebern, doch dann verkürzten die Gäste im Powerplay auf 2:1, beim HCI häuften sich die Strafen, das nutzte Bozen zum 2:2 (40.). Spätestens jetzt war klar, dass es gegen die defensivstarken Füchse ein Geduldsspiel werden würde. Damit ging es in einem packenden Derby in die Overtime. Die ging gerade 35 Sekunden, als Clark Nick Ross bediente, der zum vielumjubelten 3:2-Sieg traf. Es war der vierte Erfolg in den letzten fünf Spielen.

 

Und die Serie wurde prolongiert – denn im bisher wichtigsten Spiel der Saison gelang 48 Stunden nach dem Derby-Triumph ein 6:3-Erfolg in Dornbirn, womit sich die Lücke zu den Top Sechs etwas schloss und die schon breite Brust noch an Umfang gewann.

 

Im nächsten Sechs-Punkte-Match war Fehervar im ersten Drittel keinen Deut schlechter, die Tore machten aber die Hausherren: Zunächst nutzte Top-Torschütze Andrew Yogan einen schweren Abwehrfehler der Ungarn mit feiner Klinge zum 1:0 (2.), dann pfefferte John Lammers ein Spurgeon-Zuspiel zum 2:0 (7.) in den Winkel. Goalie Luca Gracnar entschärfte nicht nur eine Topchance der Gäste, die bei der Schussstatistik (12:5) die Nase vorn hatten.

 

Nur 40 Sekunden nach Wiederanpfiff kam Fehervar folgerichtig zum Anschlusstreffer, nach einem vorangegangenen Stangentreffer drückte Alexandre Lavoie eine perfekte Vorlage von Tomas Kudelka zum 3:1 (24.) über die Linie. Und Topscorer Andrew Clark scheiterte in Unterzahl am Weg zum 4:1 nur an der Querlatte (27.). Bitter, dass die Gäste in einer starken Phase der Innsbrucker dann wieder verkürzen konnten. Zudem ließ die Pallin-Truppe die Chance zur 5:3-Überlegenheit ungenutzt.

 

Im letzten Drittel war es nach langem Warten endlich wieder in einem Überzahlspiel so weit: Lavoie bediente Ondrej Sedivy, der gegen Fehervar-Goalie Carruth durch die Beine zum 4:2 traf. Der Zwei-Tore-Vorsprung hielt nach einem unglücklichen weiteren Gegentreffer aber gerade einmal 31 Sekunden. So blieb es ein Tanz auf der Rasierklinge, der aus Sicht der Gastgeber drei Minuten vor Schluss den denkbar bitteren 4:4-Ausgeich brachte. Die Haie mussten zum bereits elften Mal in die Verlängerung: Und da zündete einer den Turbo, wie ihn sonst kaum einer in der Erste Bank Eishockeyliga zündet: Yogan fixierte mit seinem 26. (!) Saisontreffer den vierten Sieg in Serie, den sechsten in den letzten sieben Spielen und den achten in der Verlängerung.

 

Nur schade, dass es dann ausgerechnet gegen Graz eine Niederlage setzte. Das 1:3 gegen die heuer – zugeben – sehr starken Steirer schmerzte nicht zuletzt deshalb, weil die Entscheidung erst zweieinhalb Minuten vor Schluss gefallen war, und zudem, weil die 2.500 Fans bis dahin eine durchaus ausgeglichene Partie erlebt hatten. Ein Dämpfer, den die HCI-Cracks nicht so schnell kompensieren konnten, prompt wurden auch die nächsten beiden Spiele in Linz (2:4) und gegen Znojmo (3:6) verloren.

 

Womit das Ende aller Play-off-Träume besiegelt war. Daran vermochten auch die Siege in Villach (4:2) und Zagreb (5:3) nichts zu ändern, die abschließenden Grunddurchgangs-Niederlagen gegen den KAC (2:3) und Wien (1:4) waren nur noch Bestätigung dafür, dass da vieles im Haifischbecken nicht wunschgemäß abgelaufen war und die makellose Bilanz gegen die Salzburger Bullen nur ein schwacher Trost sein kann.

 

 

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