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"Ohne Marlies wäre ich nicht hier"Erst Sturz, dann Podest! Hauser startete mit einem Podest-Platz
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Biathlon in Hochfilzen / APA

Biathlon in Hochfilzen / APA

Julian Eberhard verpasste nur knapp das Podest / APA/EXPA

Julian Eberhard verpasste nur knapp das Podest / APA/EXPA

Dorotea Wierer gelang in Hochfilzen die Revanche für Pokljuka / APA/EXPA

Dorotea Wierer gelang in Hochfilzen die Revanche für Pokljuka / APA/EXPA

Ein starker Saisonstart für Lisa Hauser und Simon Eder / AFP Photo

Ein starker Saisonstart für Lisa Hauser und Simon Eder / AFP Photo

Lisa Hauser startete mit einem Podest-Platz

Das war ein Saisonstart nach Maß: Der Tirolerin Lisa Hauser und ihrem Salzburger Partner Simon Eder gelang gleich zum Biathlon-Weltcupauftakt im slowenischen Pokljuka in der Single-Mixed-Staffel der Sprung aufs Podest. Das Duo musste sich in der neuen WM-Disziplin nur Norwegen geschlagen geben, Rang drei ging an die Ukraine.

 

Im Vorjahr hatten die Österreicher den Saisonauftakt in Östersund noch gewonnen, diesmal fehlten nach fünf Fehlschüssen (Hauser/4, Eder/1) ohne Strafrunde 8,5 Sekunden auf die Norweger.

 

Dass Eder in Topform ist, bestätigte er dann auch über 20 Kilometer mit einem dritten Platz hinter Martin Fourcade und dem Deutschen Johannes Kühn. Der vierte Rang in der Verfolgung, unmittelbar vor Julian Eberhard, sorgte darüber hinaus für gute Stimmung im ÖSV-Lager. Nicht zuletzt, weil auch Hauser bei den Damen über 15 Kilometer mit Rang neun andeutete, dass von ihr in dieser Saison durchaus Top-Resultate zu erwarten sind. Vielleicht gar in Hochfilzen, anlässlich des Heimweltcups?

 

Eine Hoffnung, die sich letztlich nicht erfüllte, auch wenn sogar die Kulisse im Tiroler Biathlonzentrum für einen Wochentag absolutes Weltcup-Format verriet. Dabei war es schon beachtlich, was die Österreicherinnen im Auftaktrennen, im Sprint also, phasenweise ablieferten.

 

Vor allem Lisa Hauser, letztlich 22., wusste in der Loipe zu gefallen, ihre Schlussrunde geht in die persönliche „Best of“-Wertung ein. Aber am Schießstand wollte es nicht klappen: „Ich weiß nicht, wo die Fehler waren. Schade, dass es nicht so gut funktioniert hat beim Liegendschießen, läuferisch war es aber umso besser“, meinte sie wenige Tage vor ihrem 25. Geburtstag.

 

Als große Siegerin drehte Dorotea Wierer aus Südtirol ihre Ehrenrunde. Bei ihrem ersten Hochfilzen-Erfolg hatte sie nach zwei zweiten Rängen hinter Kaisa Mäkäräinen beim Saisonauftakt in Pokljuka diesmal den Spieß umgedreht. Dank ihrer sehr schnellen Schießeinlagen und einem Kraftakt auf der Schlussrunde rettete die Italienerin gerade noch sechs Zehntel ihres schmelzenden Vorsprungs vor der finnischen Top-Läuferin ins Ziel.

 

„Das ist natürlich ein cooles Gefühl, mit einem Fehler noch ganz vorne zu sein, das ist schon echt super“, jubelte Wierer. Mit ihrem fünften Sieg, dem ersten in einem Sprint, baute die 28-Jährige ihre Führung im Gesamtweltcup vor Mäkäräinen leicht aus.

 

Und Jekaterina Jurlowa-Percht holte als Dritte just am Tag der Bekanntgabe von Dopingermittlungen der österreichischen Behörden gegen fünf ihrer Teamkollegen wegen mutmaßlicher Vergehen bei der Hochfilzen-WM 2017 den ersten Saison-Podestplatz für die russischen Damen. Die 33-Jährige ist seit 2015 mit dem Steirer Josef Percht, dem Physiotherapeuten von Marcel Hirscher, verheiratet und lebt in Schladming.

 

Die Aussichten für die Rennen der Herren waren prächtig. Das lag zum einen an den Vaterfreuden für Dominik Landertinger und zum anderen am Sonnenschein, der Hochfilzen just an diesem Weltcup-Weekend in ein Wintersport-Idyll verwandelte. Perfektes Glück für den „Hausherren“ könnte man schreiben, wenn da im Herren-Sprint nur nicht dieser Fehler am Schießstand gewesen wäre.

 

„Es hat gepasst, aber der letzte Schuss tut weh“, sagte der 30-Jährige. Mit einer leichten Rechtstendenz hatte der Lokalmatador eine der zehn Scheiben verfehlt. Ein vermeidbarer Lapsus, so Landertinger: „Da wird Ricco nicht zufrieden sein, der Trainer wird mir die Ohren langziehen.“

 

Als kleine Genugtuung könnte geltend gemacht werden, dass selbst der norwegische Sieger Johannes Thingnes Bø bei seinem 24. Weltcupsieg einmal patzte. Mit bester Laufleistung war der Doppel-Sieger aus dem Vorjahr aber erneut nicht aufzuhalten. „Ich liebe es, in Hochfilzen zu sein, die Strecke liegt mir!“, jubelte der Gesamtführende. Auch Vorjahres-Dominator Martin Fourcade (2.) meldete sich auf dasPodest zurück – übrigens fehlerfrei.

 

Damit war alles angerichtet für eine spannende Verfolgung. 12.600 erwartungsvolle Zuschauer, ein „sehr zufriedener“ Organisationsleiter Franz Berger, winterliche Temperaturen und ein strahlend blauer Himmel – da fehlte den ÖSV-Biathleten zum ganz großen Glück in Hochfilzen nur noch ein Stockerlplatz.

 

Den sollte Julian Eberhard als Vierter zwar knapp verpassen, angesichts der fulminanten Schlussrunde in der 12,5 Kilometer langen Verfolgung überwog beim Salzburger aber die Freude. „Es war ein erfolgreicher Wettkampf“, sagte Eberhard, aber nicht, ohne die wichtige Ergänzung nachzuschicken: „Am Ende wollen wir Stockerlplätze und Siege, dafür müssen wir den einen oder anderen Treffer mehr machen.“

 

Das galt auch für Dominik Landertinger. Nach zwei fehlerfreien Schießen war er auf dem Weg zu einem Top-Ten-Platz. Doch drei Stehend-Fehler vermasselten den Heimauftritt. „Wenn ich da einen Nuller schieße, dann sieht alles ganz anders aus. Aber so ist der Biathlonsport nun einmal, Fehler darfst du dir da keine erlauben“, sagte Landertinger. Der Sieg ging an Frankreichs Star Martin Fourcade.

 

In der Staffel triumphierten überraschend die Schweden vor Norwegen, Deutschland klassierte sich knapp vor Österreichs Quartett auf Platz drei. Mit dabei der in letzter Sekunde als Ersatz eingesprungene Felix Leitner. Nach den Salzburgern Tobias Eberhard und Simon Eder sowie seinem Tiroler Landsmann Dominik Landertinger war er als Schlussläufer an der Reihe. Und bis auf einen Nachlader im Liegendschießen blieb der Jungspund makellos. Selbst dem Druck, den Atem des russischen Stars Alexander Loginow lange Zeit hinter sich zu spüren, hielt er stand.

 

Am Sieg der Schweden vor Frankreich und Deutschland gab es dieses Mal nichts zu rütteln. Ob er Druck verspürt hätte? „Ich habe mir vorgestellt, dass die meisten Zuschauer aus Deutschland kommen“, hatte sich Leitner eines kleinen Tricks bedient. 10.500 waren es allein gestern, 33.800 am gesamten Wochenende.

 

Schon wenige Stunden zuvor waren Österreichs Damen zwischenzeitlich zumindest in Podestnähe gewesen. Die Tirolerin Lisa Hauser und Julia Schwaiger hatten ihre Auswahl zunächst bis Platz drei geführt, Katharina Innerhofer und Dunja Zdouc rutschten auf den achtbaren zehnten Platz zurück.

 

 

 

 

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