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WM-Silber für Tirolerinnen im DreistellungsmatchSchwazer Nullnummer in der Fremde Ein Grizzly übergab an den anderen
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Wenn der Vater (Grizzly sen., rechts) mit dem Sohne ... / Grissmann

Wenn der Vater (Grizzly sen., rechts) mit dem Sohne ... / Grissmann

Der Dolomitenmann – von Jahr zu Jahr spektakulärer und von Jahr zu Jahr härter / Red Bull

Der Dolomitenmann – von Jahr zu Jahr spektakulärer und von Jahr zu Jahr härter / Red Bull

Berglauf-Weltmeister Joseph Gray holte eine Minute Vorsprung heraus / Red Bull

Berglauf-Weltmeister Joseph Gray holte eine Minute Vorsprung heraus / Red Bull

Ein Grizzly übergab an den anderen

Als Werner Grissmann vor 30 Jahren seinen ersten Dolomitenmann organisierte, war er 36 Jahre alt und mitten in seiner Motorsportkarriere angekommen. Die Extremstaffel für die „Härtesten unter der Sonne“ war eine jener Ideen, die der „Zwischenzeitweltmeister“ früherer Tage aus der Taufe gehoben hatte. Sie war ihrer Zeit wohl voraus: „Die Paragleitschirme bestanden damals noch aus Fetzen, und statt mit Mountainbikes waren wir mit Querfeldeinrädern unterwegs. Die sind gebrochen, und die Leute kamen zu Fuß ins Ziel.“

 

Mittlerweile ist „Grizzly“, der Ex-Skirennläufer, 66 Jahre alt. Die Gleitschirmtechnik hat sich grundlegend geändert, heutzutage gibt es Mountainbikes, und die haben Federgabeln. Kurzum: Die Extremstaffel „Dolomitenmann“ ist mit der Zeit gegangen und längst im neuen Jahrtausend angekommen. „Und so war es auch Zeit, die Organisation in neue Hände zu legen“, meinte der Exzentriker aus Osttirol. Heuer, im Sommer 2018, kurz vor dem 31. Dolomitenmann, erfolgte die Stabübergabe. „Geplant war es nicht, es hat sich einfach ergeben“, meinte Niki Grissmann.

 

Wie vorher sein Vater trägt nun er als 36-Jähriger die Gesamtverantwortung für die Veranstaltung, die im vergangenen Jahr ihr 30er-Jubiläum gefeiert hatte. Das sei im Vorjahr noch einmal ein „Crescendo für den Papa gewesen“, blickt Grissmann junior zurück, der in seiner Wortwahl durchaus das Wirtschaftsdeutsch neuer Prägung einfließen lässt. Nicht weiter verwunderlich also, dass der „Dolomitenmann 2.0“ nicht mehr nur aus Sport besteht. „Wir wollen weiter in Richtung Gesamt-Happening gehen“, erzählte der Junior über seine Zukunftspläne.

 

Die Realität 2018 untermauerte indes noch einmal die These, dass der Dolomitenmann das Härteste ist, was der Teamsport zu bieten hat. Diesmal forderte der sportliche Vierkampf nicht nur gestandene Profis bis an ihre Leistungsgrenzen, sondern auch deren Material.

 

„Unser Team war ein Paradebeispiel dafür, wie viele Probleme man haben kann“, schnaufte Anton Palzer im Ziel von Lienz. Das Red-Bull-Team des bekannten deutschen Skibergsteigers, der als Bergläufer Zweiter wurde, hatte mit jeder Menge Pannen und Pech zu kämpfen.

 

Nach Palzer blieb Gleitschirmpilot Lukas Rifesser nach einigen Problemen nur Rang 14 – anschließend konnte der Osttiroler Lokalmatador Alban Lakata zwar eine Aufholjagd starten, ehe bei Kajak-Fahrer Harald Hudetz im letzten Bewerb jedoch das Paddel brach.

So blieb am Ende Rang drei.

 

Den Sieg holte sich eine ebenfalls mit Klasse-Sportlern gespickte Truppe: US-Athlet Joseph Gray, 2016 Weltmeister im Berglaufen, holte schon auf den 11,5 Kilometern und 1750 Höhenmetern zum Kuhbodentörl mehr als eine Minute Vorsprung heraus.

 

Der Schweizer Gleitschirmpilot Christian Maurer, seines Zeichens Red Bull X Alps-Sieger von 2018, konnte den Vorsprung mehr oder minder verwalten, ehe die dritte Strecke folgte. Auf den anstrengenden 1600 Höhenmetern von der Dolomitenstadt hinauf (16 km) und hinunter (10 km) vom Lienzer Hausberg, dem Hochstein, hatte ein Straßenrennrad-Profi sein Mountainbike mit Abstand am besten im Griff.

 

Der Vorarlberger Daniel Geismayr, heuer 19. der Österreich-Radrundfahrt, ließ alle anderen mit einer Zeit von 1:37:25 Stunden stehen. Der tschechische Kajak-Fahrer Lukas Kubrican fixierte dann mit seiner Bestzeit in der Drau samt Laufstrecke den Sieg in 4:06:46 Stunden.

 

Hinter dem siegreichen Team Kolland Topsport Professional kam die Mannschaft Götsch, Durogati, Longo, Schmid mit fast fünf Minuten Rückstand auf den zweiten Rang. Am Schluss hatten nicht nur die besten der 110 von 127 klassifizierten Teams bei schönstem Wetter etwas zu lachen. „Wir haben lange Zeit geglaubt, dass Werner einen guten Draht zu Petrus hat. Jetzt glaube ich, er ist selbst der Petrus“, sagte Ex-Snowboard-Weltmeister Benjamin Karl und spielte dabei auf Organisator Werner Grissmann und das Wetter an.

 

Der 32-jährige Karl, seit 2011 mit Grissmann-Tochter Nina verheiratet, erreichte mit dem „Wings for Life“-Team samt Biathlet Christoph Sumann Rang 80. Für Grissmann senior blieb der Rückblick auf eine äußerst erfolgreiche Auflage. „Es ist unglaublich, denn es werden immer mehr. Wir hatten bis zu 35.000 Zuschauer – und erneut Wetterglück. Letzte Woche wäre nichts gegangen!“

 

 

 

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