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Anna Gassers gewaltiger Big-AirNoch lange kein altes Eisen Ein besonderer Jubilar
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Hat allen Grund zum Lachen – Jubilar Harti Weirather / Thomas Böhm

Hat allen Grund zum Lachen – Jubilar Harti Weirather / Thomas Böhm

Hanni und Harti – vor dem Start in die Flitterwochen / imago

Hanni und Harti – vor dem Start in die Flitterwochen / imago

Ein besonderer Jubilar

2018 ist das Jahr der goldenen 58er-Abfahrer-Generation, Harti Weirather, der Weltmeister 1982 aus dem Außerfern, machte den Anfang, jedenfalls feierte er standesgemäß – und zwar während des Hahnenkammrennens in Kitzbühel. Als der Hartmann, für alle nur „Harti“, Weirather im Jänner 1987 mit gerade einmal 29 Jahren die Skilatten für immer in die Ecke gestellt hatte, war die Schussfahrt ins Berufsleben nicht absehbar. Doch die erfolgreiche Skikarriere mit der Krönung Abfahrtsweltmeister 1982 toppte er im späteren Leben mit einer noch erfolgreicheren Unternehmerlaufbahn.

 

Die Spitzensportlern oft angedichtete und manchmal auch tatsächlich eintretende „Leere“ nach der Karriere, die Sinnsuche und Orientierungslosigkeit im „Leben danach“ – im Falle von Weirather alles Schall und Rauch. Aus dem Sponsorensucher bzw. -keiler der Post-Skikarrierezeit wurde ein millionenschwerer Top-Unternehmer, ein Pionier des Sport-Marketings. Harti Weirather: Der „Kitz-Vermarkter“, das Urgestein der Hahnenkamm-Promotion mit dem inzwischen markanten „VIP-Tempel“ als Treffpunkt von Society, Sponsoren und Wirtschaftstreibenden im Zielgelände der Streif. Sein Lebenswerk ist die Sportmarketingagentur WWP (Weirather, Wenzel & Partner), heute Arbeitgeber für rund 120 Mitarbeiter.

 

„Ich bin glücklich, wie mir das Leben gespielt hat“, sagte Weirather anlässlich seines „Runden“. Bis vor ein paar Jahren sei er immer ein Getriebener gewesen. „Diese Unruhe, nie zufrieden zu sein mit dem Erreichten, hat mich Jahrzehnte getrieben“, betonte der Tiroler. Dies habe sich nun gedreht und „zum Positiven verändert“.

 

„Es war immer mein Ziel, mit 60 Jahren in diese Phase zu kommen – nämlich kein Getriebener mehr zu sein. Das habe ich erreicht. Und ich hoffe, das bleibt so“, meinte Weirather nachdenklich. Dies hänge auch damit zusammen, dass er vor ein paar Jahren die operative Führung der WWP an Mirjam Hummel und Philipp Radel abgegeben habe und nun als Verwaltungsrat, Repräsentant und quasi Kontakte zur Verfügung Stellender für das Unternehmen agiere.

 

Welche Freiräume dadurch entstanden sind? Weirather: „Ich habe wieder mit Hubschrauber-Fliegen angefangen und gehe für mein Leben gerne biken. Mit dem E-Bike wohlgemerkt. Am Anfang haben mich alle ausgelacht, aber jeder, der es dann nach und nach selbst probiert hat, war begeistert. Es macht einfach mehr Spaß.“ Er sei nun angekommen, so der Jubilar lächelnd. „Glücklich sein“ hänge aber nicht mit materiellem Wohlstand zusammen. Wäre er nicht Skifahrer und anschließend Unternehmer geworden, wäre er heute sicher Bauer in Wängle, wie sein Bruder – „und sicher genauso glücklich“.

 

„Aber, der Weg, für den ich mich entschieden habe, wäre nicht anders gegangen. Immer 100 Prozent. 99 Prozent wären schon zu wenig gewesen. Nur darf man sich das nicht so vorstellen, dass alles nur Pflicht war, da war sehr viel Freude, Begeisterung, Leidenschaft dabei. Hanni (Wenzel, Ehefrau), Burkhart (Hummel) und ich haben die Firma 1987 gegründet, also im Jahr meines Karriereendes. Und ich habe die ersten 15 Jahre durchgearbeitet, 365 Tage wie verrückt, ich habe nicht gewusst, wie man Urlaub schreibt. Du hast für nichts Zeit und siehst, wie die Kinder so heranwachsen. Ich war ein Getriebener. Diese Unruhe, mit dem Erreichten nicht restlos zufrieden zu sein, hat mich Jahrzehnte getrieben. Und irgendwann denkst du dir, das kann es nicht sein, du musst es auch anders auf die Reihe kriegen.“

 

Sagt es und stößt mit einem Lächeln auf Hanni an, die – O-Ton Harti – die wichtigste Rolle in seinem Leben gespielt hat. „Die Hanni hat mir in jeder Beziehung den Rücken freigehalten, war zu Beginn beim Aufbau der Firma noch voll dabei. Dann hat sie sich vornehmlich um die Erziehung der Kinder gekümmert, unser Familienwerkl am Laufen gehalten, später die Buben zum Tennis- und die Tina zum Skitraining kutschiert. Es war nicht immer leicht.“ Und dennoch – herzlich willkommen im Klub der Sechziger.

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