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Kitzbühel ist anders – auch der Himmel? / APA/EXPA

Kitzbühel ist anders – auch der Himmel? / APA/EXPA

Gewinner Philipp Kohlschreiber (GER) jubelt nach dem Finalspiel gegen João Sousa (POR) / APA

Gewinner Philipp Kohlschreiber (GER) jubelt nach dem Finalspiel gegen João Sousa (POR) / APA

Der Ball mit dem Durchmesser von mindestens 6,54 cm wird angepeilt ... / GEPA

Der Ball mit dem Durchmesser von mindestens 6,54 cm wird angepeilt ... / GEPA

Der Sieger, der mit dem Fahrrad kam

Kitzbühel ist anders – das gilt in vielen Bereichen, vor allem aber im Sport. Während alljährlich im Winter die Weltelite des Skisports eine außergewöhnliche Streif und den Ganslern bezwingen, fährt im Sommer der – spätere – Sieger der Generali-Tennis-Open schon einmal mit dem Rad ins Stadion, um sich Pokal und Scheck abzuholen. Wie heuer Philipp Kohlschreiber – Wahl-Kitzbüheler und damit auch so etwas wie ein Lokalmatador.

 

Kurz nach 10 Uhr am Finaltag hatte sich der Deutsche mit Mountainbike und Tennis-Tasche auf den Weg in die Arena gemacht – fünf Stunden später durfte sich der 33-Jährige zum zweiten Mal Sieger der Generali Open nennen. Kohlschreiber hatte im Endspiel den Portugiesen João Sousa, der die beiden Österreicher Sebastian Ofner (Bild unten li.) und Gerald Melzer (Bild unten re.) eliminierte, mit 6:3, 6:4 besiegt. Sein Jubel war verständlich: „Es ist sensationell, dieses Turnier noch einmal zu gewinnen. Für mich ist es ja ein Heimturnier!“

 

Das natürlich auch 2018 auf dem Spielplan des Siegers 2017 steht. Und für das es viele neue Pläne gibt, wie Turnierdirektor Alex Antonitsch und Herbert Günther, Präsident des Kitzbüheler Tennis-Klubs, unisono erklärten. Die drei wichtigsten Eckpunkte für die Zukunft? Neuer Termin, 3,5 Millionen Euro Budget und über 50.000 Zuschauer.

 

„Mit rund 47.000 Zuschauern hatten wir heuer nur knapp diese Marke verfehlt“, bedauerte Antonitsch, und er weiß auch schon, wie das Ziel zu erreichen ist – mit dem einen oder anderen großen Namen. Und die sollen zukünftig mit einem neuen Termin im ATP-Kalender angelockt werden. Zukunftsmusik – dabei hatte das Turnier 2017 ohnehin schon – fast – alle Stückln gespielt.

 

Nicht zuletzt dank der sensationellen Vorstellung von Sebastian Ofner. Der Steirer, der mittels Wildcard das Feld komplettiert hatte, war nach seinem Auftaktsieg über den Top-Gesetzten Pablo Cuevas bis ins Semifinale gestürmt, wo er nach zweistündigem Marathonkampf unglücklich, weil knapp, mit 6:7, 6:7 gegen den Portugiesen João Sousa verlor. Der 21-jährige Steirer hatte in diesem Match viele Möglichkeiten, am Ende blieben sechs seiner sieben Breakchancen ungenützt. Und so endete das Tennis-Märchen der Nummer 157 der Welt beim ersten ATP-Einsatz mit Start im Hauptfeld nach drei Siegen – und die Generali Open hatten ihren großen Showmaster verloren.

 

„Ja, ich hatte meine Möglichkeiten und habe sie nicht genützt. Es war relativ schwierig zu spielen mit dem Wind, zudem war Sousa sehr gut“, erklärte Ofner, ergänzte aber fast im selben Atemzug: „Es war ein wirklich gutes Match von mir. Ich kann mit der ganzen Woche sehr zufrieden sein.“ Vor einem fast ausverkauften Centre Court mit über 5000 Fans hatten sich der 28-jährige Sousa, Nummer 62 der Welt, und Ofner ein packendes Duell geliefert. Und wie schon gegen Gerald Melzer im Viertelfinale hatte der Portugiese mehr Konstanz, den längeren Atem.

 

Aber die Lust auf große Auftritte ist geweckt. „Ich bin bereit, um auf dieser Bühne zu spielen. Diese Woche hat mir das gezeigt“, sagte Ofner und ergänzte: „Ich werde das alles hier vermissen – aber ich komme wieder!“

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