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backOffensiv-Spektakel und Tage des „offenen Tores“ Zwei WM-Wochen im Rückblick
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Sonne, Schnee ... / GEPA

... und Kurvenrausch ... / GEPA

Nicole Schmidhofer / Reuters

Roland Leitinger, Präsident Peter Schröcksnadel, Marcel Hirscher / GEPA

Wendy Holdener, Michelle Gisin, Michaela Kirchgasser / AFP Photo

Zwei WM-Wochen im Rückblick

St. Moritz im Engadin, Nobel-Skiort, Schauplatz der Alpinen Ski-Weltmeisterschaften 2017. Die Bilanz dieser Titelkämpfe aus österreichischer Sicht kann sich durchaus sehen lassen, nicht nur, weil es den heiß begehrten Sieg für den ÖSV in der Medaillenwertung gab, sondern auch aufgrund der Tatsache, dass nebst Superstar Marcel Hirscher weitere Österreicher durchaus zu überzeugen wussten. Stephanie Venier zum Beispiel, Roland Leitinger, Manuel Feller, Steffi Brunner oder Nicole Schmidhofer, die mit ihrem sensationellen Auftakt-Sieg im Super-G der Damen die Medaillenjagd eingeleitet hatte.

 

Wir lassen in einer bunten Bilderstrecke noch einmal die vielen Höhepunkte dieser Weltmeisterschaft Revue passieren, wobei sich neben der sportlichen Bilanz durchaus ein Seitenblick auf andere Aspekte der beiden WM-Wochen lohnt.

 

Es war ein Fest des Skisportes, soviel einmal vorneweg. Die Organisatoren im Kanton Graubünden hatten sich gut vorbereitet. Die 1.350 freiwilligen Helfer waren freundlich und hilfsbereit. An die 150.000 Zuschauer wurden gezählt, viele davon aus Österreich, ansonsten aber hauptsächlich Schweizer Publikum. Fans, die ihre Läufer zwar euphorisch anfeuerten, aber stets fair allen Teilnehmern zujubelten und die Sieger feierten.

 

Das Wetter? Mit Ausnahme des ersten Wochenendes, an dem die Speedbewerbe geplant waren und die berüchtigte „Maloja-Schlange“ zum Spielverderber wurde, kein Problem. Vor allem in der zweiten WM-Woche war die berühmte Sankt-Moritz-Sonne Dauergast, das Oberengadin präsentierte sich mehrheitlich mit Postkartenwetter.

 

Mit neun Medaillen und davon drei goldenen überholte Österreich ausgerechnet im letzten Rennen dank Marcel Hirschers Slalom-Sieg noch Gastgeber Schweiz und gewann wie zwei Jahre davor in Vail / Beaver Creek die Medaillenwertung. Neben den Weltmeistern Marcel Hirscher (RTL und Slalom) und Nicole Schmidhofer (Super-G) holten Manuel Feller (Slalom), Roland Leitinger (RTL) und Stephanie Venier (Abfahrt) Silber, über Bronze durften sich Max Franz (Abfahrt) und Michaela Kirchgasser (Kombination) freuen.

 

Wie überhaupt die ÖSV-Damen zur großen WM-Überraschung avancierten. Mit drei Medaillen in den ersten drei Rennen hatte das junge Team den Verlauf der Weltcup-Saison praktisch ad absurdum geführt und damit für beste Stimmung und einen perfekten WM-Einstieg gesorgt. Mit Gold in Slalom und Riesentorlauf wurde Hirscher erster „Technik-Doppelsieger“ seit 1996 (Alberto Tomba), dazu kam für den Salzburger noch Kombi-Silber mit nur einer Hundertstelsekunde Rückstand auf Sieger Luca Ärni.

 

Bei den Damen holten US-Star Mikaela Shiffrin (Slalom und RTL) sowie Lokalmatadorin Wendy Holdener (Kombination und Slalom) jeweils Gold und Silber. RTL-Weltmeisterin Tessa Worley gewann durch den Sieg im Teambewerb mit Frankreich als einzige Frau zwei Goldmedaillen.

 

Neben all den Siegesfahrten gab es freilich auch weniger schöne Momente, die oft schmerzhaft endeten. Vor allem von Läufern aus Ländern ohne große Alpinskitradition gab es zahlreiche Stürze mit teilweise schweren Verletzungen. FIS-Präsident Gian Franco Kasper kann sich deshalb für die Zukunft eine Qualifikation für WM-Abfahrten vorstellen. Erwischt hat es mit Mirjam Puchner aber auch eine Österreicherin, die im Abfahrtstraining nach einem Sprung einen Schien- und Wadenbeinbruch erlitt. Und mit Lara Gut fiel gleichermaßen der Topstar der Schweizer aus – beim Einfahren für den Kombislalom hatte sich die Tessinerin schwer am Knie verletzt.

 

Überraschend – der Teambewerb zu Beginn der zweiten WM-Woche war ein Publikumshit, für den ÖSV allerdings endete er mit einem Flop. Nach dem Auftaktsieg über Belgien war im Viertelfinale das Aus gegen Schweden gekommen, für Titelverteidiger Österreich reichte es damit nur zu Rang fünf. Weltmeister wurde Frankreich. Für Alexis Pinturault war das aber nur ein kleiner Trost, kam er als Favorit im Riesentorlauf doch nur auf Platz sieben und in der Kombination auf Rang zehn. Im Slalom schied er im ersten Durchgang aus.

 

Auch für Henrik Kristoffersen wurde die WM zur Enttäuschung. Der Norweger war einer der Favoriten für den Slalom, im Weltcup hatte er in dieser Saison schon fünf Siege gefeiert. Zudem zählte er im Riesentorlauf zum Kreis der Medaillenanwärter. Am Ende musste sich der 22-Jährige mit zwei vierten Plätzen zufriedengeben.

 

Für einen Aufreger der besonderen Art sorgte das PC-7-Team der Schweizer Luftwaffe. Eine der neun Maschinen war am Tag des Riesentorlaufes der Männer zu tief über den Zielraum geflogen, hatte dabei das über die Rennstrecke gespannte Zugseil der Seilkamera touchiert und abgerissen. Die Kamera schlug im leeren Zielstadion auf, verletzt wurde niemand.

 

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