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Junior Race und die nächste GenerationParis „rächte“ Innerhofer Svindal, der große Gejagte
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uebersicht_jan Erst drueckte Gregor der Schuh, ... Fruehe Tore, viele Ausfaelle, zu wenig Konstanz Triumph in der Hoehle der Loewen Toller Start, bitteres Ende Auf Wiedersehen im Aufstiegs-Play-off Viel Arbeit im Hause Linger Hypo-Start im Schongang US-Girl McKennis sprang für Vonn ein Ein aussichtsloser Kampf Jubilaeum eines Hoppalas Endlich in den Top Ten Bronze ist keine Schande Derby wie ein Gluecksspiel Zum richtigen Zeitpunkt Tausend Spuren im Schnee Guggenberger blickte schon nach Sotschi Vonn stahl Maze die Show Premiere in den Top sechs Alles gesetzt, alles gewonnen OeRV-Staffel auf Rang drei Talentprobe von Maria Auer http://www.sportjahr.at/index.php?id=4296 Vorerst ein Ende mit Schrecken Geglueckte Revanche Von Seefeld schwaermte nicht nur Gruber In der Ruhe lag die Kraft Svindal, der grosse Gejagte Paris raechte Innerhofer Hosp nutzte ihre letzte Chance Fuer Schairer glaenzte die Silbermedaille wie Gold Schopf holte sich WM-Silber Medaillenglanz von zwei Seiten

Svindal nach seiner Triumphfahrt im Super-G / Foto: Parigger

Svindal, der große Gejagte

Jubel brandete auf, als Aksel Lund Svindal die Bestzeit im Super-G markierte. Am lautesten kam der aus einer kleinen Ecke unterhalb der Tribüne, wo für gewöhnlich Angehörige der Athleten an ihren Fingernägeln kauen. Bjørn und Anne Berit Svindal waren außer sich, als sei ihr Sohn kein Twen im Spätherbst, sondern ein aufstrebender Teenager. In ihrer Heimat Norwegen sei man da gelassener: „Wenn du in Kitzbühel gewinnst, nehmen sie Notiz. Aber die großen Geschichten sind bei uns Langlaufen und Skispringen“, glaubt der Vater.

 

Jubelstimmung herrschte dann natürlich auch im ÖSV-Lager, als Jungspund Matthias Mayer mit der zweitbesten Zeit auf das begehrte Kitz-Super-G-Stockerl gerast war. Nur seinem großen Vorbild Aksel Lund Svindal hatte er die Vorfahrt lassen müssen – lächerliche 13 Hundertstel Sekunden trennten die Ränge eins und zwei. „Natürlich bist du ein, zwei Sekunden enttäuscht, dass es nicht ganz gereicht hat, aber seither genieße ich jeden Augenblick und bin super happy.“

 

Im Rummel um Matthias Mayer ging ein wenig unter, dass der Rest der ÖSV-Herren geschlagen Wunden leckte. Auch wenn Romed Baumann (12.) sein bestes Super-G-Saisonergebnis einfuhr, blieb die ÖSV-Armada mit Georg Streitberger (11.), Hannes Reichelt (14.) und Klaus Kröll (16.) weit hinter den Erwartungen. Auch Benjamin Raich musste sich bei seinem 400. Weltcup-Start mit Rang 25 bescheiden und dürfte damit bei der Verteilung der WM-Startplätze denkbar schlechte Karten gehabt haben. Der Wunsch von ÖSV-Herrenchef Matthias Berthold, der Kampf um die WM-Super-G-Plätze möge „auf möglichst hohem Niveau“ ausgetragen werden, blieb jedenfalls unerfüllt.

 

Was blieb, war die Qual der Wahl. Die den jungen Mayer wenig kümmerte – sein Handy wollte nicht aufhören zu piepsen. Im Minutentakt trudelten die Glückwunsch-SMS ein. „Dabei“, lächelte Matthias Mayer fassungslos, „habe ich erst seit zwei Tagen eine neue Nummer.“ Auf der Streif war der 22-jährige Kärntner jedenfalls gehörig auf Draht und feierte just bei seiner Kitzbüheler Super-G-Premiere mit Rang zwei seinen ersten Weltcup-Podestplatz. „Unglaublich, cool, geil.“ Mayer wusste nicht so recht, wo ihm der Kopf stand. So viele Gratulationen, so viele Schulterklopfer, so viele Fragen, so viel Interesse an seiner Person. Noch im Sommer war es bedrohlich ruhig um den ÖSV-Youngster geworden, schien der WM-Winter bereits gelaufen.

 

Mayer war nicht mehr als ein Häuflein Elend. Eine „reaktive Arthritis“, ausgelöst durch Darmbakterien, die wiederum durch verdorbenes Fleisch in seinen Organismus geraten waren, hatte ein regelrechtes Martyrium ausgelöst. Erschöpfung, Fieberschübe, entzündete Gelenke, Bettruhe, und während eines dreiwöchigen Krankenhausaufenthaltes fand sich der Edeltechniker sogar in einem Rollstuhl wieder. Er verlor 15 Kilogramm an Gewicht – aber nicht seinen Kampfgeist. Und dennoch: Zu dieser Zeit schien ein WM-Start in Schladming ähnlich weit entfernt wie der Nord- vom Südpol. „Ich hatte Matthias (Berthold, ÖSV-Herrencheftrainer, Anm.) bereits informiert, dass er die Saison nicht mit mir rechnen kann.“ Doch es sollte anders kommen.

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