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Heinz „Kini“ Kinigadner, wie ihn die Fans kennen / Foto: GEPA

Heinz „Kini“ Kinigadner, wie ihn die Fans kennen / Foto: GEPA

Halbes Jahrhundert für einen Ruhelosen

„Eins, zwei, drei! Im Sauseschritt – läuft die Zeit, wir laufen mit“, hat einst Wilhelm Busch geschrieben. Ein Spruch, fast maßgeschneidert für einen, dem es nie schnell genug gehen konnte, der immer dabei war, wo der Rauch aufging - und jetzt seinen Fünfziger feiert!

 

Max Ischia hat dem zweifachen Motocross-Weltmeister in seinem Interview die Gewissenfrage gestellt:

 

Ein halbes Jahrhundert, Heinz Kinigadner, wie klingt das?

„Nicht anders als die Tage zuvor. Welche Zahl da nun steht, ist mir relativ wurscht.“

 

Anders gefragt: Wie fühlen sich die 50 Jahre an für einen, der es in seiner Motocross- und Rallyelaufbahn auf knapp 50 Knochenbrüche bzw. Bänderrisse gebracht hat und 20 Jahre lang Schmerzmittel schlucken musste?

„Gut. Das Erstaunlichste ist, dass meine Knochen und Gelenke absolut keine Probleme machen. Dabei habe ich mir das Schambein dreimal gebrochen, hatte ein zersprungenes Becken, einen mehr oder weniger zerbröselten Oberschenkelhals, Schulterbrüche und und und. Ich kenne keine Wetterfühligkeit, nichts. Nur der Rücken macht mir wieder etwas zu schaffen, aber nicht mehr so schlimm, wie es einmal war. Und außerdem: Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal 50 werde.“

 

Wie bitte?

„Ich kann es nur schwer beschreiben. Ich hatte jedenfalls lange Zeit das Gefühl, dass ich nicht allzu alt werden würde. Es war so stark, dass ich darauf wetten hätte können. Aber es war nicht so, dass ich groß darüber nachgedacht habe, es hat mich weder belastet noch befreit. Ich war vielmehr der Ansicht, dass es ohnehin so kommen wird, wie es kommen muss.“

 

Woher sind diese Gefühle gekommen?

„Ich weiß es nicht und es hatte auch nur bedingt etwas mit meinen Rallyeabenteuern zu tun. Dennoch gab es ein Schlüsselerlebnis: Es war 1994 bei der Tunesien-Rallye. Wir waren vier, fünf Leute an der Spitze und sind durch die Wüste gebrettert, als gäbe es kein Morgen. Es war obergeil, eine Oberhetz, bis am nächsten Tag mein Teamkollege Angelo Cavandoli mit zerschmettertem Kopf vor mir gelegen ist. Da habe ich mich schon gefragt, ob ich der Nächste bin.“

 

Wie sind solche Gedanken vereinbar für einen Ehemann und Vater zweier Kinder?

„Ich hätte mich damals sicher nicht als verantwortungsbewusst bezeichnet. Ich hatte meinen Traum – und den habe ich gelebt.“

 

Was hat ihn in dieser Zeit dermaßen getrieben?

„Es war das Ausloten von Grenzen. Bei den Off-road-Rallyes hat mich das Gewinnen nicht narrisch interessiert, es war das Abenteuer, das mich so gereizt hat. Und ein Abenteuer ist für mich losgegangen, wenn ich mitten in der Prärie einen Motorschaden hatte oder ich mich hoffnungslos verfahren habe. Wenn du plötzlich auf dich alleine gestellt bist und improvisieren musst. Das Generalstabsmäßige war nie meine Sache, ich ließ mich lieber überraschen.“

 

Hat sich der Hang zur Grenzgängerei über die Jahre entwickelt?

„Ich glaube, wir Jungs waren schon immer so. Wo jetzt das Haus meines Bruders Klaus steht, war früher ein Schweinestall und der Müll von der Bäckerei und dahinter war ein Holzhaus. Wir haben den Müll immer wieder angezündet und geschaut, wie weit wir es brennen lassen können, um es gerade noch mit Wassereimern löschen zu können. Bis eines Tages eine Holzwand lichterloh gebrannt hat. Wir haben damals so lange gegen das Feuer gekämpft, bis wir halb bewusstlos herumgetorkelt sind. Wir hatten jedenfalls eine Kindheit und Jugend, die man höchstens aus Filmen kennt. So etwas von unbeschwert, für unsere Streiche wären wir heute schon lange in der Jugendstrafanstalt gelandet. Es war eine unglaublich schöne, intensive Zeit.“

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