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Sigulda war eine Reise wertIn der Slowakei war nichts zu holen Hatti feierte seinen Sechziger
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Die Sorgenfalten wegen des Fußballs haben den „Hatti“ gezeichnet / Foto: GEPA

Die Sorgenfalten wegen des Fußballs haben den „Hatti“ gezeichnet
Foto: GEPA

Da blieb dem Roland Hattenberger nur die Zuschauerrolle / Foto: GEPA

Da blieb dem Roland Hattenberger nur die Zuschauerrolle / Foto: GEPA

Hatti feierte seinen Sechziger

Jetzt ist also auch der Roland Hattenberger schon ein „Sechziger“. Offiziell. Älter geschätzt hat man ihn ja schon immer. Dennoch ist’s kaum zu glauben, wie schnell die Zeit vergeht. Branko Elsner hat einmal gesagt – würd’s den Hatti nicht geben, müsst man ihn erfinden. Wahre Worte eines Mannes, der den Kufsteiner in dessen Sturm- und Drangzeit zu bändigen versuchte. Ein fast aussichtloses Unterfangen.

 

Am Jubeltag präsentierte der 51-fache ÖFB-Teamspieler einen Originalteamdress aus den 70er-Jahren. „Nur hineinpassen tu ich nicht mehr“, lacht der Jubilar, der noch einmal genüsslich seine Karriere vorbeiziehen ließ, ehe er über den derzeitigen Stand des österreichischen Fußballs Dampf abließ. „Zu meiner Zeit hatte man noch Respekt vor der österreichischen Nationalmannschaft, weil wir auf dem Feld Leistung erbrachten und nicht nur g’scheit redeten.“

 

Trotzdem blieb ein Erlebnis mit dem Nationalteam in schmerzlicher Erinnerung: „1973 das Entscheidungsspiel um die WM-Teilnahme in Deutschland. Wir verloren als bessere Mannschaft bei Schneetreiben in Gelsenkirchen gegen Schweden. Das war das einzige Mal, dass ich aus Enttäuschung in der Kabine geweint habe.“

 

Dennoch brachte es der Tiroler Mittelfeldrackerer auf zwei WM-Teilnahmen. 1978 musste er in Argentinien allerdings nach einem Trainingszusammenstoß mit Friedl Koncilia vorzeitig die Heimreise antreten, dafür absolvierte der „Hatti“ 1982 in Spanien vier WM-Partien.

 

Auch bei seinen Klubs lief es prächtig. Mit dem FC Wacker wurde er zweimal Meister, in Stuttgart stand Hattenberger als Legionär hoch im Kurs: „Beim VfB hatte ich sportlich und finanziell meine beste Zeit. Wir spielten immer um den Titel mit und hatten im Schnitt 54.000 Zuschauer.“ Schnee von gestern.

 

Spricht man den Jubilar auf das gegenwärtige ÖFB-Nationalteam an, ist schlagartig Schluss mit lustig. Zuerst eine Brise Schnupftabak und dann geht’s los: „Zur WM-Qualifikation – wenn es uns wirklich gut läuft, werden wir Dritter. Läuft es normal, setzt es Platz vier in der Gruppe, geht es so weiter, landen wir auf dem fünften Platz.“ Das heißt? „Man muss der Realität endlich einmal ins Auge schauen. Wir sind nur noch drittklassig.“

 

Dabei herrschte doch so eine Euphorie rund um die Heim-EURO? „Da redeten sich doch viele ein, dass Österreich eine gute EURO spielte. Da kann ich doch nur lachen. Ein Punkt und nur ein Tor aus einem geschenkten Elfmeter. Für eine Heimmannschaft ist das nur enttäuschend.“

 

Eine Nationalteamberufung sieht Hattenberger immer noch als Ehre und Auszeichnung für vollbrachte Leistungen beim Verein: „Wir waren damals alle bei den ausländischen Vereinen gesetzt und standen dann auch im Team unseren Mann. Zurzeit haben wir auch viele Legionäre, aber wer bitte ist dort auch gesetzt? Der Professor Stranzl und der Musiker Ivanschitz sitzen in Moskau und Athen nur auf der Bank, bringen im Team nichts zusammen, reden aber klug. Das regt mich dermaßen auf. Da vergeht mir echt die Lust auf Fußball. Wer bei seinem Verein kein Stammspieler ist, hat beim Nationalteam nichts verloren. Auch wenn er bei Real Madrid im Kader steht und drei Millionen Euro im Jahr verdient.“

 

Stolz ist der Kufsteiner Trafikant auf „Hatti Junior“, der erst kürzlich seinen „30er“ feierte und ganz nach Familientradition im Mittelfeld gnadenlos abräumt. „Für den Matthias war der Schritt zur Wiener Austria optimal“, sieht „Hatti Senior“ noch Entwicklungspotenzial.

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